Wir suchen freiwillige Mentoren und Mentorinnen

Möchten Sie Wissen weitergeben? Ihr Netzwerk anderen zur Verfügung stellen? Menschen mit Migrationserfahrung unterstützen eine Arbeitsstelle zu finden?

Wir suchen Freiwillige, die bereit sind, im Rahmen unseres Arbeitsintegration & Mentoring Programms “en suisse”, die Teilnehmenden bei der Stellensuche zu unterstützen. Sie begleiten die Teilnehmenden aktiv beim Bewerben, bei Vorstellungsgesprächen, als Ansprechpartner*in für potentielle Arbeitgebende usw.

Interessiert?

Einsatz: eine bis zwei Stunden pro Woche während sechs Monaten.

Bei Interesse oder Fragen kontaktieren Sie: ensuisse@multimondo.ch oder 077 440 93 02

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

 

Zusammenfassung 5. Dialogue-Abend

Am 3. Dezember fand der letzte Dialogue-Abend im Jahr 2019 statt, lesen Sie hier unsere kurze Zusammenfassung:

Dialogue-Abend vom 3. Dezember «Wenn die Polizei nur die Hautfarbe sieht – Widerstand und Rechtsverfahren bei Racial Profiling» mit Tarek Naguib, Co-Herausgeber und Jana Häberlein, Co-Autorin des Buches «Racial Profiling: Struktureller Rassismus und antirassistischer Widerstand».

Der Verein MULTIMONDO organisiert die Veranstaltungsreihe Dialogue, welche an mehreren Abenden Menschen mit unterschiedlichen Biografien dazu einlädt sozio-politische Themen zu diskutieren und sich auszutauschen. Der fünfte und letzte Dialogue-Abend dieses Jahres fand am 3. Dezember zum Thema Racial Profiling statt. Tarek Naguib und Jana Häberlein setzen sich in verschiedenen Formen mit diesem Thema auseinander. Der Jurist Tarek Naguib forscht und lehrt mit Schwerpunkt Antidiskriminierungsrecht. Er gründete das «Schweizer Netzwerk für Diskriminierungsforschung» sowie das «Institut Neue Schweiz» (INES) mit und engagiert sich in der «Allianz gegen Racial Profiling» und beim «Berner Rassismus-Stammtisch». Jana Häberlein ist Soziologin, lehrt an verschiedenen Schweizer Hochschulen, ist Associated Researcher in einem SNIS-Projekt an der Universität Basel und Co-Präsidentin der Anlaufstelle Sans-Papiers in Basel.

Als Einstieg wurde kurz die Entstehung des Buches geschildert und unsere beiden Gäste berichteten von ihrer Arbeit. Tarek Naguib setzt sich mit Fragen der Ungleichheit auseinander und damit, wie das Recht emanzipatorische Kräfte unterstützen kann. Jana Häberlein erzählte von ihrem Forschungsprojekt «The vitality of borders», in dessen Rahmen sie sich mit dem Vorgehen der Schweizer Grenzwachtkorps bei Grenzkontrollen, insbesondere an der Südgrenze in Chiasso, auseinandergesetzt hat. Ihre teilnehmende Beobachtung führte sie 2016/17 während drei Aufenthalten von insgesamt 18 Tagen durch.

Betont wurde im Verlaufe des Abends u.a., dass es bei Rechtsverfahren gegen Racial Profiling nicht um einzelne Polizist*innen oder um das einzelne Verfahren an sich geht, sondern um die Strukturen, die diese Praxis ermöglichen. Die Rechtsverfahren sollen der Macht der Polizei, die Macht des Rechts entgegensetzen und gleichzeitig die Justiz sensibilisieren. Auffällig sei dabei, dass das Thema Rassismus, wenn nicht explizit angesprochen, vermieden wird und wenn es konkret darum geht, Widerstand auslöst. Für Tarek Naguib sind wir heute an einem Punkt, an dem das Recht keine zuverlässige Alliierte ist, wenn es um Rassismus geht. Wichtig ist ausserdem anzumerken, dass es bei Racial Profiling nicht nur um problematische Kontrollen, sondern auch allgemein um die Organisation von Polizeieinsätzen geht. Zentral dabei ist nicht nur wer kontrolliert werden soll, sondern auch wo und wie viele Polizist*innen jeweils an einem bestimmten Ort eingesetzt werden.

Abschliessend wurde auch diskutiert, was wir als Zivilgesellschaft für Handlungsoptionen haben. Ein wichtiger Aspekt, den die beiden Gäste betont haben, war die Solidarität – mit direkt Betroffenen, aber auch mit Menschen, die sich engagieren. Dies kann von einem kurzen Zunicken beim Beobachten von Racial Profiling, bis zu einem tatsächlichen (verbalen) Eingreifen reichen. Dabei sei es wichtig ruhig und freundlich zu bleiben und zu bedenken, was die direkt Betroffenen brauchen (und diese allenfalls zu fragen, ob sie möchten, dass jemand eingreift). Ausserdem sei es auch wichtig zu wissen, dass das Eingreifen Konsequenzen haben kann. Es kostet einerseits Zeit und kann ggf. zu einer Busse führen. Für Tarek Naguib heisst eingreifen auch, dass er riskiert, dass die betroffene Person nicht immer glücklich darüber ist. Er möchte mit dem Eingreifen aber auch zeigen, dass er nicht gleichgültig ist, auch wenn er selber nicht direkt von Racial Profiling betroffen ist. So ist auch ein Ziel des Buches, die Zivilgesellschaft zum Hinsehen zu bewegen, damit Racial Profiling nicht mehr als «normal» erachtet wird.

Eine weitere Form des Widerstands für direkt Betroffene kann sein, Feststellungsbegehren bei der Polizei einzureichen. Dafür wurde eigens ein vereinfachtes Formular erstellt. Die Idee ist, dass sich die Polizei und Justiz durch die reine Masse an Feststellungsbegehren gezwungen sieht konkrete Schritte zu unternehmen, um gegen Racial Profiling bei der Polizei vorzugehen. Wer nicht so weit gehen möchte, kann den Vorfall auch dem gggfon melden, einem Informations- und Beratungsangebot zu den Themen Rassismus/rassistische Diskriminierung, Gewalt im öffentlichen Raum und Rechtsextremismus. Grundsätzlich ist es wichtig bei Kontrollen nach dem Namen der*s Polizisten*in und dem Grund für die Kontrolle zu fragen und sich Datum, Uhrzeit und Ort zu merken.

Empfehlungen für das Vorgehen beim Erleben von Racial Profiling (als direkt Betroffene*r oder als Zeug*in) sind zu finden unter: https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Studien/racial-profiling.pdf (am Schluss des Dokuments).

Dialogue wird unterstützt durch den Bereich OeME-Migration der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und durch die Stiftung fondia.

                   

Wir suchen Freiwillige!

Die Kinderbetreuung MULTIMONDO sucht freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Betreuung der Kinder der Kursteilnehmer*innen während den Kurszeiten.
Sie betreuen zu zweit eine Gruppe von Kindern im Alter zwischen 2 und 6 Jahren. Je nach Wetter gehen Sie mit den Kindern in den Park oder unterstützen sie beim Basteln und Spielen in unserem Betreuungsraum.

Sie verbringen gerne einen Teil Ihrer freien Zeit mit Kindern und die Kommunikation mit ihnen macht Ihnen Spass? Sie gehen offen auf andere Menschen zu und bringen Wertschätzung, Toleranz und Geduld mit?
Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Deutsch- und/oder Französischkenntnisse min. Niveau B1

Zeitaufwand: pro Einsatz ca. 2,5 h
1- bis 3-mal wöchentlich von 8:45 – 11:15 Uhr, 13:45 – 16 Uhr oder 16 – 18.30 Uhr.

Kontaktperson
Silvana Keck-Drammeh, silvana.keck@multimondo.ch
032 322 50 20

Solidaritäts-Shop 14. Dezember

Der Solidaritäts-Shop von MULTIMONDO

Anlässlich des Internationalen Tages der Migranten und Migrantinnen organisieren wir in Zusammenarbeit mit Frédérique am 14. Dezember zwischen 14:00-17:00 Uhr einen Free Shop. Alle unsere Artikel sind kostenlos. Kleider für Erwachsene und Kinder, Spielzeug, Geschirr und vieles mehr. Zudem bietet Herr Koffi Owussi an einem Stand Kunsthandwerk an. Der Erlös geht an das Projekt «Champignons im Togo». Für mehr Infos klicken Sie auf den Flyer:

 

Neue Öffnungszeiten LibriMondo

Dank des Engagements unserer Freiwilligen, können wir die Öffnungszeiten unserer interkulturellen Bibliothek erweitern.
LibriMondo ist nun jeden Tag geöffnet! Besuchen Sie uns!

Öffnungszeiten:

Mo: 9:00 – 11:30
Di:   9:00 – 11:30
Mi:  9:00 – 11:30 / 14:00 – 17:00
Do:  9:00 – 11:30 / 14:00 – 17:00
Fr:   9:00 – 11:30

Auf Anfrage öffnen wir die Bibliothek für Gruppen auch gerne ausserhalb der hier angegebenen Öffnungszeiten.

Zusammenfassung 4. Dialogue-Abend

Am 29. Oktober fand der vierte von fünf Dialogue-Abenden im Jahr 2019 statt, lesen Sie hier unsere kurze Zusammenfassung:

Dialogue-Abend vom 29. Oktober «50+ und ausgedient? – Umgang mit Arbeitssuche ab 50 Jahren». In Zusammenarbeit mit dem Programm Migration und Alter von Caritas Bern.

Der Verein MULTIMONDO organisiert die Veranstaltungsreihe Dialogue, welche an mehreren Abenden Menschen mit unterschiedlichen Biografien dazu einlädt sozio-politische Themen zu diskutieren und sich auszutauschen. Der vierte und vorletzte Dialogue-Abend dieses Jahres fand am 29. Oktober zum Thema Arbeitsmarkt für die Generation 50+ statt. Der Abend wurde zusammen mit Daniela Luvisutti vom Programm «Migration und Alter» der Caritas Bern organisiert und das Team von «Couleurs locales», eine Sendung der Television Suisse Romande (des Westschweizer Fernsehsenders RTS), war anwesend. Da die Moderatorin von Caritas leider krank war, wurde der Dialogue-Abend von Sandra Joye, Co-Direktorin und Leiterin Marketing & Fundraising bei Multimondo, moderiert.

Wir haben den Dialogue-Abend mit einigen Zahlen und Fakten begonnen, bevor mehrere Teilnehmende mit Migrationserfahrung von ihren persönlichen Erfahrungen erzählten. Den ganzen Abend über tauschten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten auf der Arbeitssuche als über 50-Jährige*r aus. Thematisiert wurden u.a. die verschiedenen altersbedingten Vorurteile, wie z.B. mangelnde Dynamik und hohe Sozialversicherungsbeiträge und die Folgen der Arbeitslosigkeit oder der Abhängigkeit von Sozialhilfe auf die Gefühle der betroffenen Menschen. Insbesondere das Gefühl angesichts eines Systems, das sie abzulehnen scheint, nutzlos und machtlos zu sein wurde geteilt. Häufig waren es persönliche Kontakte oder ein Mentor, die es den Teilnehmenden ermöglichten wieder eine bezahlte Arbeit aufzunehmen.

Es wurden auch verschiedene Lösungsansätze von Seite der Moderation und von Seite der Teilnehmenden vorgeschlagen: Praktika, Jobsharing, Begleitung durch eine*n Mentor*in, eine proaktive und attraktive Bewerbung, die heraussticht (z.B. Vorstellung durch ein kurzes Video), Vernetzung durch Mitgliedschaften in Vereinen und weitere Alternativen wie beispielsweise auf andere zugehen und sich sichtbar machen, wurden vorgeschlagen.

An diesem Dialogue-Abend wurde die Bedeutung von gegenseitiger Unterstützung und Kommunikation für ein gesellschaftliches Problem, das gleichzeitig kulturelle, soziale und wirtschaftliche Aspekte aufweist, wieder einmal hervorgehoben. Für Betroffene ist die Situation alles andere als einfach und sollte nicht alleine und isoliert durchlebt werden müssen. Ob mit oder ohne Migrationserfahrung, alle erleben altersbedingte Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Aber gemeinsam, durch gegenseitige Hilfe, Offenheit und in Zusammenarbeit mit anderen, können wir die Situation verändern. Zusammenfassend: Statistiken und Fakten, persönliche Erfahrungen Betroffener, Herausforderungen, Vorurteile, Vorteile und Lösungen wurden durch den ganzen Abend hindurch diskutiert.

Dialogue wird unterstützt durch den Bereich OeME-Migration der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und durch die Stiftung fondia.

         

Wir suchen Freiwillige!

Hilf mit in unserer interkulturellen Bibliothek oder im Forum Together!

Möchtest du an interkulturellen Veranstaltungen zum Thema Austausch und Dialog teilnehmen? Magst du die Welt der Bücher?

Wir sind auf der Suche nach Freiwilligen, die bei unseren verschiedenen Veranstaltungen mitwirken oder/und unsere interkulturelle Bibliothek LibriMondo mit Büchern in mehr als 35 Sprachen betreuen.

Wir bieten professionelle Begleitung, interessanten Austausch mit Menschen aus aller Welt und sinnvolle Arbeit in einem motivierten Team.

Interessiert?

Melde dich bei Sylvia Joss: sylvia.joss@multimondo.ch, 032 322 50 20

Wir freuen uns auf deine Kontaktaufnahme!

Zusammenfassung Dialogue-Abend Nr. 3

Am 27. August fand der dritte von fünf Dialogue-Abenden im Jahr 2019 statt, lesen Sie hier unsere kurze Zusammenfassung:

Dialogue-Abend vom 27. August «Sexualität überall – Wie sprechen wir mit unseren Kindern und Jugendlichen darüber?» mit Nicole Dietschi der Stiftung Berner Gesundheit

Der Verein MULTIMONDO organisiert die Veranstaltungsreihe Dialogue, welche an mehreren Abenden Menschen mit unterschiedlichen Biografien dazu einlädt sozio-politische Themen zu diskutieren und sich auszutauschen. Am dritten Dialogue-Abend dieses Jahres, am 27. August 2019, war Nicole Dietschi, Sexualpädagogin bei der Stiftung Berner Gesundheit, zu Gast. Das Thema warwie wir mit unseren Kindern und Jugendlichen über Sexualität sprechen können, um sie so gut wie möglich in der heutigen Zeit begleiten zu können. 

Nicole Dietschi vermittelte uns zunächst allgemeine Informationen zum Thema und erklärtanschliessendwas bei einem Gespräch über Sexualität mit einem Kind oder einem*r Jugendlichen zu beachten istSie wies darauf hin, dass Sexualität, wie auch andere Bereiche der öffentlichen Gesundheit, dem Gesundheitswesen zuzuordnen sei. Dennoch sei die Familie ein wichtiger Ort für die Aufklärung über Sexualität. Weiter sei bei einem Gespräch über Sexualität wichtig das Wertesystem sowie die Vorstellungen und Überzeugungen eines bestimmten sozialen oder kulturellen Umfelds mitzuberücksichtigen resp. die Herangehensweise an so ein Gespräch diesem Umfeld anzupassen. Darüber hinaus sei es essentiellso Dietschi, dass Kinder und Jugendliche über ein Minimum an Informationen zu Sexualität verfügen, insbesondere in Bezug auf ihre sexuellen Rechte. In diesem Zusammenhang spielten die Schulen eine zentrale Rolle, denn es sei ihre Aufgabe, jungen Menschen ein Minimum an Wissen zu diesem Themzu vermitteln. Nicole Dietschi schlussfolgerte; je mehr ein Kind über das Thema wisse, desto eher würde es auf den richtigen Zeitpunkt warten bis es sexuell aktiv werde. 

Auch auf die Frage der Prävention von sexuellem Missbrauch ist es entscheidend Kindern beizubringen, auf ihre Gefühle zu vertrauen, denn intuitive Emotionen sind oft die richtigenEs ist wichtig, dass ein Kind, wenn es sich unwohl fühlt, dies als Signal erkennt und früh lernt, dass sein Körper ihm gehört. 

Im zweiten Teil des Abends bildeten wir kleine Gruppen von 2-3 Personen, in denen acht Aussagen zur Sexualität diskutiert wurden. So haben uns Themen, wie Geschlecht, Religion, Zustimmung oder Familie, ermöglicht, Ideen auszutauschen und unser eigenes Wertesystem und unsere Vorstellungen davon, was bei einer Diskussion über Sexualität im Vordergrund stehen sollte, reflektieren. 

Die Diskussion war wieder einmal sehr lebhaft und bewegend!

Dialogue wird unterstützt durch den Bereich OeME-Migration der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und durch die Stiftung fondia.

                 

 

5. Fachtagung: Diversität im Arbeitsmarkt – Chancen und Herausforderungen (d/f)

MULTIMONDO freut sich, das Programm seiner nächsten Fachtagung anzukündigen. Diesmal befassen wir uns mit den Chancen, dem Potential und den Herausforderungen von Diversität im Arbeitsmarkt.

Was bedeutet Diversität am Arbeitsplatz, im Arbeitsmarkt, im Unternehmens-Management, für die Human Ressources, für Arbeitsvermittlungsstellen, für Arbeitnehmende?

Praxisbeispiele aus dem Unternehmensbereich, dem Bereich von Vermittlungsstellen (Arbeitsintegration), aus dem Bildungsbereich, sowie persönliche Erfahrungen von Arbeitnehmenden mit Migrationserfahrung, sollen ebendiese Chancen und Herausforderungen aufzeigen. In Workshops können Sie sich intensiv mit anderen Interessierten austauschen und mögliche Ansätze zur aktiven Förderung des Potentials von Diversität in der Wirtschaft erarbeiten oder über die Bedingungen für ein erfolgreiches Diversity-Management diskutieren.

Es erwartet Sie ein sportliches Programm, welches verschiedene Perspektiven zum Thema behandelt.

Klicken Sie auf den Link unten und melden Sie sich an bis zum 5. November 2019. Wir freuen uns auf Sie!

Datum: 21. November 2019, 13:00-17:30 Uhr

Ort: Farelhaus, Oberer Quai 12, 2502 Biel 

Kosten: CHF 50.- für Mitglieder von MULTIMONDO, CHF 75.- für Nicht-Mitglieder

Online-Anmeldung 

Flyer

Zusammenfassung Dialogue-Abend mit Pascal Gemperli

Am 2. Juli fand der zweite Dialogue-Abend des Jahres 2019 statt, lesen Sie hier unsere kurze Zusammenfassung:

Dialogue-Abend vom 2. Juli «Religiosität vs. Laizität: Wie viel Religion darf sichtbar sein?» mit Pascal Gemperli

Der Verein MULTIMONDO organisiert die Veranstaltungsreihe Dialogue. Die offenen Diskussionsrunden bieten die Gelegenheit gesellschaftliche und politische Themen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft zu diskutieren. Unser zweiter Dialogue-Abend behandelte die Frage der religiösen Neutralität und der Stellung religiöser Symbole im öffentlichen Raum. An diesem Abend war Pascal Gemperli zu Gast. Er ist Mitglied der Grünen des Kanton Waadt und zurzeit Generalsekretär des Waadtländer Muslimverbands. Er eröffnete die Diskussion mit einer kurzen Darlegung der Grundlagen für Säkularität und wie sie in der Schweiz definiert und angewendet wird.

Aus der anschliessenden Diskussion ging hervor, dass die Gewissensfreiheit und nicht nur die Religionsfreiheit ein Grundprinzip für jeden säkularen oder laizistischen Staat sein sollte. Der Säkularismus, so Gemperli, schütze die Religionen, da er eine Voraussetzung für religiösen Pluralismus und für die Wahrung des sozialen Friedens sei. Im Gegenzug würden staatliche Eingriffe, die religiöses Verhalten vorschreiben, der Religion selbst schaden. Es wurde auch die Frage diskutiert, wie Religiosität im öffentlichen Raum ausgedrückt wird. Dies wurde insbesondere auch im Hinblick auf das Kopftuchtragen von Frauen besprochen. Für einige Teilnehmende ist das Kopftuchtragen eine individuelle Entscheidung, die das Prinzip der Säkularität nicht untergräbt und zur Religionsfreiheit gehört, für andere stellt es eine politische Nutzung der Religion und ein Symbol für die Kontrolle über den weiblichen Körper dar.

Gibt es in der Schweiz Ungleichheiten bei der Behandlung der verschiedenen Religionen? Auch diese Frage wurde diskutiert und eine Reflexion zu diesem Thema ausgelöst. Es scheint, als würde die muslimische Gemeinschaft härter behandelt werden als die anderen grossen Religionsgemeinschaften in der Schweiz. Sie kann zwar relativ «alles» tun, gesteht Pascal Gemperli ein, ausser wenn es um das Tragen des Kopftuches geht, sie muss aber auch gewisse Forderungen erfüllen, die anderen Religionsgemeinschaften nicht gestellt werden. So sollen sich die muslimischen Religionsgemeinschaften beispielsweise für den interreligiösen Dialog oder Extremismusprävention engagieren.

Der Austausch um diese Fragen ermöglichte es zu erkennen, dass die Verflechtung von Religion und Säkularismus durchaus möglich, ja sogar wünschenswert ist. Sie könnten sich sogar als gegenseitig ergänzend erweisen. Einerseits prägt Religion nach wie vor viele Bereiche des sozialen Lebens, in denen sich nur ihre Funktion verändert hat; andererseits dient der Säkularismus als eine Art Schutz, der den Einfluss der Religion auf das öffentliche Leben einschränkt.

Dialogue wird unterstützt durch den Bereich OeME-Migration der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und durch die Stiftung fondia.

                 

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