Gruppenfuehrungen bei LibriMondo

Neu bietet LibriMondo einfache oder animierte Führungen für Schulklassen oder sonstige Gruppen an. Ziel dieser Führungen ist, die verschiedenen Sprachen und Schriften, die uns umgeben wertzuschätzen und die Kinder Vielfalt als Bereicherung erleben zu lassen. 

Die Gruppenführungen fördern verschiedene Lernziele der Schwerpunkte «Sprache(n) im Fokus» und «Literatur im Fokus» des Fachbereichs «Sprache» des Lehrplans der Deutschschweiz (Lehrplan 21) und verschiedene Lernziele des Schwerpunkts «interlinguistischer Ansatz» (L17, L27 und L37) des Lehrplans der Romandie (PER).

Die Kosten betragen CHF 50.- für eine einfache Führung und CHF 150.- für eine animierte Führung. Weitere Informationen zu den Zielen der Gruppenführungen sowie zum jeweiligen Umfang der einfachen und animierten Führung finden Sie hier.

Sind Sie interessiert oder haben Sie Fragen? Dann können Sie sich gerne per Email an sylvia.joss@multimondo.ch wenden oder telefonisch unter 032 322 50 20 melden.

Zusammenfassung 7. Dialogue-Abend

Am 2. Juni fand der siebte Dialogue-Abend statt, lesen Sie hier unsere kurze Zusammenfassung:

Dialogue-Abend am 2. Juni «Psychische Gesundheit – Migration, ein Einflussfaktor unter anderen?» in Zusammenarbeit mit André Huegi von Berner Gesundheit.

Seit 2018 organisiert der Verein MULTIMONDO die Veranstaltungsreihe Dialogue, die an mehreren Abenden Menschen mit unterschiedlichen Biografien zur Diskussion und zum Austausch gesellschaftspolitischer Themen einlädt. Der zweite Dialogue-Abend des Jahres 2020 fand am 2. Juni zum Thema psychische Gesundheit statt. Wir sprachen insbesondere über Tabus und die verschiedenen Einflussfaktoren, darunter auch die Migration. André Huegi war unser Gast für diese Ausgabe. Wegen der Einschränkungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie fand auch dieser Abend als Videokonferenz statt. Insgesamt hatten 5 Personen das Vergnügen der Teilnahme.

Nach einer kurzen Vorstellung und Reflexionen der Teilnehmenden zur Frage «Was heisst für mich gesund sein» startete André Huegi mit einigen Definitionen und Fakten zu (psychischer) Gesundheit und Migration. Dabei wurde auch der Begriff «Gesundheit» etwas genauer analysiert: was umfasst Gesundheit genau? Ist es körperliches Wohlbefinden? Ist es psychisches Wohlbefinden? Ist es soziales Wohlergehen? Dabei kam auch zur Sprache, dass jede Person ihre eigene Definition von Gesundheit hat. Viele Menschen und in allen Kulturen berücksichtigen psychisches und soziales Wohlbefinden sowie Traumata nicht, wenn sie ihre eigene Gesundheit betrachten. Das Verständnis von Gesundheit ist häufig auf die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen beschränkt. Wie André Huegi jedoch aufgezeigt hat, setzt sich Gesundheit aus einer Kombination von verschiedenen Faktoren zusammen, sowohl individueller als auch sozialer Art.

So hat häufig auch Migration resp. der Migrationsweg mit seinen verschiedenen Phasen, Einfluss auf die psychische Gesundheit einer Person. Sozioökonomische Unsicherheit, Sprachbarrieren oder Unsicherheit in Bezug auf Aufenthaltserlaubnis sind Elemente, die Menschen mit Migrationserfahrung einem erhöhten Gesundheitsrisiko aussetzen. Auch der politische und soziale Kontext des Wohnlandes und damit einhergehende Sicherheit oder Unsicherheit, wirkt sich auf das Leben der Menschen aus. So haben Bedingungen für eine Aufenthaltserlaubnis, Anerkennung (oder nicht) von Abschlüssen, Zugang zum Gesundheitssystem, wie auch das politische Regime (bspw. Achtung der Menschenrechte) einen hohen Einfluss auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden einer Person. Deshalb ist es unabdingbar die Gesundheits- und Präventionspolitik an den Realitäten von Menschen aus der Migration auszurichten. Der Zugang zu Informationen und Sensibilisierung trägt zur Risikominderung bei.

Zwei Faktoren sind für die Gesundheitsförderung besonders wichtig, wie André Huegi aufzeigt: Gesundheitskompetenzen und transkulturelle Kompetenzen. Die erste bezieht sich auf die Fähigkeit einer Person, täglich Entscheidungen zu treffen, die sich positiv auf ihre Gesundheit auswirken. Dies ist nicht ganz unproblematisch, da jede Person Gesundheit etwas anders versteht und gerade psychische Gesundheit für viele Menschen noch ein sehr abstrakter und nicht einfach zu fassender Begriff ist. Erschwerend kommt noch das Tabu hinzu, wie eine Teilnehmerin einwarf, dass psychische Gesundheit in vielen Kulturen umhüllt. Umso wichtiger wird daher der zweite Faktor, die transkulturellen Kompetenzen, um beispielsweise Gesundheitskompetenzen vermitteln zu können. Transkulturelle Kompetenz wird definiert als die Fähigkeit, individuelle Lebenswelten zu erkennen, zu verstehen und die gegebene Situation und den Kontext zu berücksichtigen, um daraus geeignete Handlungsoptionen abzuleiten. Sie ermöglicht es Konditionierungen und Vorurteile zu reflektieren, die aus den eigenen Erfahrungen und der eigenen Lebenswelt entstehen und die Perspektive anderer einzunehmen sowie Kulturalisierung und Stereotypisierungen zu vermeiden. Gerade für Gesundheitspersonal, aber nicht nur, ist transkulturelle Kompetenz eine unabdingbare Fähigkeit.

Der Abend verdeutlichte einmal mehr, wie komplex das Thema Gesundheit und insbesondere psychische Gesundheit ist. Tabus, transkulturelle Fähigkeiten, individuelle und soziale Faktoren, Migrationswege sind einige der Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt, um andere besser verstehen zu können. Wir haben auch gesehen, welche verschiedenen Realitäten und auch Herausforderungen für das Individuum aus dem Migrationsprozess entstehen, wie wichtig es ist, dass Fachpersonen, aber auch die Bevölkerung im Allgemeinen, ein Bewusstsein dafür haben und dass wir einander zuhören und das Selbstverständnis sowie auch das Verständnis von anderen stärken.

Dialogue wird unterstützt durch die Stiftung fondia.

 

Zusammenfassung 6. Dialogue-Abend

Am 8. Mai fand der sechste Dialogue-Abend statt, lesen Sie hier unsere kurze Zusammenfassung:

Dialogue-Abend vom 8. Mai «Klimakrise und COVID-19: Gedanken über die Zukunft. Was können wir als Privatperson tun?» Mit Alain Emery, Autor des Blogs Raising STARS und Eva Troya Ortega.

Der Verein MULTIMONDO organisiert die Veranstaltungsreihe Dialogue, welche an mehreren Abenden Menschen mit unterschiedlichen Biografien dazu einlädt sozio-politische Themen zu diskutieren und sich auszutauschen. Der erste Dialogue des Jahres 2020 fand am 8. Mai zum Thema «Klimakrise und COVID-19: Gedanken über die Zukunft. Was können wir als Privatperson tun?» statt. Alain Emery, Umweltaktivist und Eva Troya Ortega, Umweltbildnerin waren unsere Gäste. Dieser Abend war ursprünglich unter dem Titel «Klimakrise – Was können wir als Privatpersonen tun?» für den 24. März geplant, musste aber aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen, mit denen wir derzeit konfrontiert sind, verschoben werden. Daraufhin haben wir das Thema etwas aktualisiert, um Zusammenhänge zwischen Klimakrise und COVID-19 anzusprechen und auch das Format des Dialogue-Abends haben wir angepasst. So fand dieser Abend erstmals per Videokonferenz statt. Insgesamt haben sieben Personen teilgenommen und mitdiskutiert.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Teilnehmenden, eröffneten unsere beiden Gäste die Diskussion. Für Eva Troya Ortega ist bedenklich, dass für einige Menschen die leerstehenden Städte und die stark reduzierte Luftverschmutzung, bedeuten es gehe der Erde aus ökologischer Sicht besser. Auch wenn dies im Moment stimmen mag, wird dieser Effekt nicht von langer Dauer sein, wenn unsere Bemühungen nicht regelmässig und konstant sind. Eine weitere Sorge, die geäussert wurde, ist, dass Nachrichten zu COVID-19 die Medien beherrschen und die Klimafrage überschatten und diese teilweise in Vergessenheit zu geraten scheint. Dies dürfe aber auf keinen Fall geschehen, so Alain Emery; die Welt von morgen, könne nicht dieselbe sein wie die von gestern. Denn selbst wenn für die Pandemie eine Lösung gefunden wurde, bleibe die Klimafrage aktuell und dringend und es sei daher unabdingbar, dass ein Umdenken stattfinde und eine gerechtere und nachhaltigere Welt geschaffen würde.

Daraufhin wurde diskutiert, ob und wie es zu diesem Umdenken und zu dieser Veränderung kommen kann. Dabei gingen die Meinungen auseinander. Für einige birgt die Pandemie eine Chance. Denn dadurch seien jetzt bereits viel mehr Menschen erreicht und sensibilisiert worden, als unter «normalen» Umständen möglich gewesen wäre. Andere bezweifeln wie lange die Solidarität beispielsweise und der Ruf nach einer neuen Normalität anhalten werde. Sie befürchten, dass sich viele Menschen eine schnelle Lösung für die Pandemie wünschen und froh sind, wenn wieder Normalität in den Alltag einkehrt, auch wenn es die alte ist.

Für einige der Teilnehmenden war es daher unabdingbar, dass einerseits weiterhin Sensibilisierungsarbeit geleistet werden muss, beispielsweise durch Bürger*innenaktionen, und andererseits jede Person für sich Massnahmen trifft und Verhaltens- und Konsumweisen ändert (z.B. lokal und Bio kaufen, ÖV und Velo nutzen, Sachen reparieren lassen, statt neu kaufen). Dabei wurde auch diskutiert, dass viele der gängigen Handlungsvorschläge für Privatpersonen sehr zeit- oder kostenaufwändig sind und für Menschen mit wenig finanziellen Ressourcen nicht umsetzbar sind. So müssen wir uns bewusst sein, dass nicht alle Personen im gleichen Umfang ihre persönliche Lebensweise umstellen können, selbst wenn sie wollten. Solidarisches und am Wohl der Gesellschaft – und dabei die Schwächsten mitdenkend! – orientiertes Handeln nimmt daher auch in der Klimafrage eine zentrale Rolle ein. Dabei sollte gerade bei globalen Angelegenheiten auch über die Landesgrenzen hinweg gedacht werden.

In der Diskussion an diesem Abend zeigte sich, dass das Lernen von Anderen einer der Schlüssel zur Bekämpfung der Klimaerwärmung ist. COVID-19 zeigt uns, wie abhängig wir voneinander sind. Daher müssen wir für globale Probleme, auch globale Lösungen finden und einander zuhören und voneinander lernen. Und wie so oft, birgt auch hier Diversität eine grosse Chance. Menschen aus der Migration bringen Erfahrungen aus verschiedensten Bereichen und Lebenswelten mit, diese sind oft nicht formalisiert und finden daher meist wenig Beachtung – gerade in sehr wohlhabenden Ländern mit einer mehrheitlich privilegierten Gesellschaft. Genau dieses Wissen könnte aber viele wertvolle Lösungsansätze hervorbringen.

Der Dialogue-Abend kam zu einem positiv und hoffnungsvoll stimmenden Abschluss: COVID-19 zeigt uns, was möglich ist, wenn wir unsere Lebensweise verändern. Eine bessere Zukunft ist möglich, wenn jede*r einen Teil dazu beiträgt – jede*r im Rahmen seiner Möglichkeiten. Und auch die Liebe zu Anderen und die Liebe zur Natur scheinen zwei notwendige Zutaten für positive Veränderungen hin zu einer gerechteren und nachhaltigeren Welt zu sein. Wir brauchen uns gegenseitig, um einen Wandel zu ermöglichen.

Dialogue wird unterstützt durch die Stiftung fondia.

 

Wir suchen freiwillige Mentoren und Mentorinnen

MULTIMONDO sucht…

Freiwillige, die bereit sind, im Rahmen unseres Arbeitsintegrations- und Mentoring-Programms «en suisse» Menschen mit Migrationserfahrung in einem der folgenden Bereiche zu unterstützen:

  • Begleitung in sämtlichen Fragen rund um das Leben in der Schweiz (nur auf Französisch)
  • Begleitung im Bewerbungsprozess
  • Kurzfristige Begleitung bei einer Festanstellung

Anforderungsprofil

  • Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt und gutes Netzwerk
  • Sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
  • Offenheit und Toleranz gegenüber Personen anderer Herkunft und/oder anderer sozialer Schicht
  • Kenntnisse über Anforderungen und wichtige Schlüsselkompetenzen des lokalen Arbeitsmarktes
  • Verfügbarkeit während 1 – 2 Stunden pro Woche

MULTIMONDO bietet:

  • Eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit, bei der Sie Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen weitergeben können
  • Eine fundierte Einführung und regelmässige Weiterbildungen
  • Eine professionelle Begleitung der Mentor*innen durch das Team «en suisse»
  • Spesenentschädigung und eine Einsatzbestätigung

Interessiert? Kontaktieren Sie: ensuisse@multimondo.ch oder 077 440 93 02

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

 

Projekt «en suisse» und COVID-19

Anpassung der Aktivitäten während der COVID-19 Epidemie:

Während der COVID-19 Epidemie werden alle Dienstleistungen des Programms «en suisse» an die Gesundheitsempfehlungen des BAG angepasst. Wir begleiten die Teilnehmenden des Arbeitsintegrationsprogramms «en suisse» online und bieten Beratung, Fernunterricht und Mentoring an. Obwohl die Lage auf dem Arbeitsmarkt unter diesen Umständen schwierig ist, besteht insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Pflege, Logistik und Kinderbetreuung Bedarf, und wir tun unser Bestes, damit unsere Teilnehmenden von diesen Möglichkeiten profitieren können.

Um dies durchzuführen haben wir folgende Anpassungen umgesetzt:

  • Alle Kurse «vie en suisse» und «travail en suisse» werden mit Zoom aus der Ferne durchgeführt. Übungen und Instruktionen für «vie en suisse»-Teilnehmende werden per Post verschickt.
  • Den Teilnehmenden werden die Laptops von Multimondo zur Verfügung gestellt, damit sie von zu Hause aus an den Computerkursen teilnehmen können.
  • Die Mentor*innen werden per Telefon, E-Mail und WhatsApp beraten und begleitet, damit sie ihr Tandem unter guten Bedingungen aus Distanz weiterführen können. Die regelmässigen Mentor*innentreffen werden ebenfalls über Zoom organisiert. Das letzte fand am Dienstag, dem 28. April 2020 statt.
  • Zudem werden die Teilnehmenden von unserem Team per Telefon, E-Mail und WhatsApp unterstützt und beraten.

Aufgrund der Lockerung der Massnahmen ab dem 11. Mai können wir ab dem 19. Mai 2020 die «vie en suisse»-Kurse wieder als Präsenzunterricht durchführen, da die Teilnehmenden und der Kursleiter eine Gruppe von maximal 5 Personen bilden. Um die Sicherheit des Personals und der Teilnehmenden zu gewährleisten, wird ein Schutzkonzept auf der Grundlage der Richtlinien der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern erarbeitet.

Die übrigen unserer Kurse, welche mehr als 5 Teilnehmende zählen, werden bis zum 8. Juni weiterhin im Fernunterricht über Zoom angeboten. Mentoring und individuelle Betreuung der Teilnehmenden werden bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls weiterhin über Zoom angeboten.

Forum Together und COVID-19

ACHTUNG: LibriMondo bleibt bis auf weiteres geschlossen. Informationen zu den Veranstaltungen des Forum Together finden Sie unter: www.multimondo.ch/veranstaltungen/

Die COVID-19-Situation und die diesbezüglichen Massnahmen gehen nicht spurlos am Forum Together vorbei, das in seinen verschiedenen Aktivitätsangeboten stark auf persönliche Treffen basiert. Aber auch wir haben uns den Zeiten angepasst und bieten zurzeit Folgendes an:

  • Fern-Verleih: LibriMondo schickt Überraschungspakete mit 3-5 Büchern in der Sprache Ihrer Wahl für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene.
  • Auf Facebook oder in unserer Whats’App Gruppe “Forum Together KIDS” werden Ihnen Aktivitäten für Kinder vorgeschlagen. Melden Sie sich unter 077 905 75 61, um der Gruppe hinzugefügt zu werden.
  • Forum Together online-Veranstaltungen:
    • Am 8. Mai fand unser erster DialogueAbend auf zoom statt! Diskutiert haben wir zum Thema “Klimakrise und COVID-19. Gedanken über die Zukunft. Was können wir als Privatpersonen tun?”
    • Auch der Dialogue-Abend vom 2. Juni 2020 zum Thema «Psychische Gesundheit: Migration, ein Einflussfaktor unter anderen?» in Zusammenarbeit mit der Stiftung Berner Gesundheit wird voraussichtlich auf zoom stattfinden.
    • Ebenfalls auf zoom trifft sich unser spanischer Leseclub. Für mehr Informationen können Sie sich direkt per Email bei Eva Troya (troyaeva@gmail.com) melden.
    • Am 17. Mai 2020 um 11 Uhr findet die Lesung “Zwischen den Zweigen” mit Annalisa Hartmann und Désirée Scheidegger auf zoom statt.
    • Und auch am nationalen Vorlesetag am 27. Mai 2020 wird das Forum Together ein online-Angebot zusammenstellen.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Veranstaltungen finden Sie in unserem Veranstaltungskalender oder auf Facebook.

Auf Facebook finden Sie uns unter folgendem Link: www.facebook.com/multimondo.ch/

Zum Multimondo-Veranstaltungskalender kommen Sie über diese Link: www.multimondo.ch/veranstaltungen/

Und neu erreichen Sie uns auch per SMS oder WhatsApp unter 077 905 75 61, per Email können Sie sich an sylvia.joss@multimondo.ch oder info@multimondo.ch wenden.

Zusammenfassung 5. Dialogue-Abend

Am 3. Dezember fand der letzte Dialogue-Abend im Jahr 2019 statt, lesen Sie hier unsere kurze Zusammenfassung:

Dialogue-Abend vom 3. Dezember «Wenn die Polizei nur die Hautfarbe sieht – Widerstand und Rechtsverfahren bei Racial Profiling» mit Tarek Naguib, Co-Herausgeber und Jana Häberlein, Co-Autorin des Buches «Racial Profiling: Struktureller Rassismus und antirassistischer Widerstand».

Der Verein MULTIMONDO organisiert die Veranstaltungsreihe Dialogue, welche an mehreren Abenden Menschen mit unterschiedlichen Biografien dazu einlädt sozio-politische Themen zu diskutieren und sich auszutauschen. Der fünfte und letzte Dialogue-Abend dieses Jahres fand am 3. Dezember zum Thema Racial Profiling statt. Tarek Naguib und Jana Häberlein setzen sich in verschiedenen Formen mit diesem Thema auseinander. Der Jurist Tarek Naguib forscht und lehrt mit Schwerpunkt Antidiskriminierungsrecht. Er gründete das «Schweizer Netzwerk für Diskriminierungsforschung» sowie das «Institut Neue Schweiz» (INES) mit und engagiert sich in der «Allianz gegen Racial Profiling» und beim «Berner Rassismus-Stammtisch». Jana Häberlein ist Soziologin, lehrt an verschiedenen Schweizer Hochschulen, ist Associated Researcher in einem SNIS-Projekt an der Universität Basel und Co-Präsidentin der Anlaufstelle Sans-Papiers in Basel.

Als Einstieg wurde kurz die Entstehung des Buches geschildert und unsere beiden Gäste berichteten von ihrer Arbeit. Tarek Naguib setzt sich mit Fragen der Ungleichheit auseinander und damit, wie das Recht emanzipatorische Kräfte unterstützen kann. Jana Häberlein erzählte von ihrem Forschungsprojekt «The vitality of borders», in dessen Rahmen sie sich mit dem Vorgehen der Schweizer Grenzwachtkorps bei Grenzkontrollen, insbesondere an der Südgrenze in Chiasso, auseinandergesetzt hat. Ihre teilnehmende Beobachtung führte sie 2016/17 während drei Aufenthalten von insgesamt 18 Tagen durch.

Betont wurde im Verlaufe des Abends u.a., dass es bei Rechtsverfahren gegen Racial Profiling nicht um einzelne Polizist*innen oder um das einzelne Verfahren an sich geht, sondern um die Strukturen, die diese Praxis ermöglichen. Die Rechtsverfahren sollen der Macht der Polizei, die Macht des Rechts entgegensetzen und gleichzeitig die Justiz sensibilisieren. Auffällig sei dabei, dass das Thema Rassismus, wenn nicht explizit angesprochen, vermieden wird und wenn es konkret darum geht, Widerstand auslöst. Für Tarek Naguib sind wir heute an einem Punkt, an dem das Recht keine zuverlässige Alliierte ist, wenn es um Rassismus geht. Wichtig ist ausserdem anzumerken, dass es bei Racial Profiling nicht nur um problematische Kontrollen, sondern auch allgemein um die Organisation von Polizeieinsätzen geht. Zentral dabei ist nicht nur wer kontrolliert werden soll, sondern auch wo und wie viele Polizist*innen jeweils an einem bestimmten Ort eingesetzt werden.

Abschliessend wurde auch diskutiert, was wir als Zivilgesellschaft für Handlungsoptionen haben. Ein wichtiger Aspekt, den die beiden Gäste betont haben, war die Solidarität – mit direkt Betroffenen, aber auch mit Menschen, die sich engagieren. Dies kann von einem kurzen Zunicken beim Beobachten von Racial Profiling, bis zu einem tatsächlichen (verbalen) Eingreifen reichen. Dabei sei es wichtig ruhig und freundlich zu bleiben und zu bedenken, was die direkt Betroffenen brauchen (und diese allenfalls zu fragen, ob sie möchten, dass jemand eingreift). Ausserdem sei es auch wichtig zu wissen, dass das Eingreifen Konsequenzen haben kann. Es kostet einerseits Zeit und kann ggf. zu einer Busse führen. Für Tarek Naguib heisst eingreifen auch, dass er riskiert, dass die betroffene Person nicht immer glücklich darüber ist. Er möchte mit dem Eingreifen aber auch zeigen, dass er nicht gleichgültig ist, auch wenn er selber nicht direkt von Racial Profiling betroffen ist. So ist auch ein Ziel des Buches, die Zivilgesellschaft zum Hinsehen zu bewegen, damit Racial Profiling nicht mehr als «normal» erachtet wird.

Eine weitere Form des Widerstands für direkt Betroffene kann sein, Feststellungsbegehren bei der Polizei einzureichen. Dafür wurde eigens ein vereinfachtes Formular erstellt. Die Idee ist, dass sich die Polizei und Justiz durch die reine Masse an Feststellungsbegehren gezwungen sieht konkrete Schritte zu unternehmen, um gegen Racial Profiling bei der Polizei vorzugehen. Wer nicht so weit gehen möchte, kann den Vorfall auch dem gggfon melden, einem Informations- und Beratungsangebot zu den Themen Rassismus/rassistische Diskriminierung, Gewalt im öffentlichen Raum und Rechtsextremismus. Grundsätzlich ist es wichtig bei Kontrollen nach dem Namen der*s Polizisten*in und dem Grund für die Kontrolle zu fragen und sich Datum, Uhrzeit und Ort zu merken.

Empfehlungen für das Vorgehen beim Erleben von Racial Profiling (als direkt Betroffene*r oder als Zeug*in) sind zu finden unter: https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Studien/racial-profiling.pdf (am Schluss des Dokuments).

Dialogue wird unterstützt durch den Bereich OeME-Migration der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und durch die Stiftung fondia.

                   

Neue Öffnungszeiten LibriMondo

Dank des Engagements unserer Freiwilligen, können wir die Öffnungszeiten unserer interkulturellen Bibliothek erweitern.
LibriMondo ist nun jeden Tag geöffnet! Besuchen Sie uns!

Öffnungszeiten:

Mo: 9:00 – 11:30
Di:   9:00 – 11:30
Mi:  9:00 – 11:30 / 14:00 – 17:00
Do:  9:00 – 11:30 / 14:00 – 17:00
Fr:   9:00 – 11:30

Auf Anfrage öffnen wir die Bibliothek für Gruppen auch gerne ausserhalb der hier angegebenen Öffnungszeiten.

Zusammenfassung 4. Dialogue-Abend

Am 29. Oktober fand der vierte von fünf Dialogue-Abenden im Jahr 2019 statt, lesen Sie hier unsere kurze Zusammenfassung:

Dialogue-Abend vom 29. Oktober «50+ und ausgedient? – Umgang mit Arbeitssuche ab 50 Jahren». In Zusammenarbeit mit dem Programm Migration und Alter von Caritas Bern.

Der Verein MULTIMONDO organisiert die Veranstaltungsreihe Dialogue, welche an mehreren Abenden Menschen mit unterschiedlichen Biografien dazu einlädt sozio-politische Themen zu diskutieren und sich auszutauschen. Der vierte und vorletzte Dialogue-Abend dieses Jahres fand am 29. Oktober zum Thema Arbeitsmarkt für die Generation 50+ statt. Der Abend wurde zusammen mit Daniela Luvisutti vom Programm «Migration und Alter» der Caritas Bern organisiert und das Team von «Couleurs locales», eine Sendung der Television Suisse Romande (des Westschweizer Fernsehsenders RTS), war anwesend. Da die Moderatorin von Caritas leider krank war, wurde der Dialogue-Abend von Sandra Joye, Co-Direktorin und Leiterin Marketing & Fundraising bei Multimondo, moderiert.

Wir haben den Dialogue-Abend mit einigen Zahlen und Fakten begonnen, bevor mehrere Teilnehmende mit Migrationserfahrung von ihren persönlichen Erfahrungen erzählten. Den ganzen Abend über tauschten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten auf der Arbeitssuche als über 50-Jährige*r aus. Thematisiert wurden u.a. die verschiedenen altersbedingten Vorurteile, wie z.B. mangelnde Dynamik und hohe Sozialversicherungsbeiträge und die Folgen der Arbeitslosigkeit oder der Abhängigkeit von Sozialhilfe auf die Gefühle der betroffenen Menschen. Insbesondere das Gefühl angesichts eines Systems, das sie abzulehnen scheint, nutzlos und machtlos zu sein wurde geteilt. Häufig waren es persönliche Kontakte oder ein Mentor, die es den Teilnehmenden ermöglichten wieder eine bezahlte Arbeit aufzunehmen.

Es wurden auch verschiedene Lösungsansätze von Seite der Moderation und von Seite der Teilnehmenden vorgeschlagen: Praktika, Jobsharing, Begleitung durch eine*n Mentor*in, eine proaktive und attraktive Bewerbung, die heraussticht (z.B. Vorstellung durch ein kurzes Video), Vernetzung durch Mitgliedschaften in Vereinen und weitere Alternativen wie beispielsweise auf andere zugehen und sich sichtbar machen, wurden vorgeschlagen.

An diesem Dialogue-Abend wurde die Bedeutung von gegenseitiger Unterstützung und Kommunikation für ein gesellschaftliches Problem, das gleichzeitig kulturelle, soziale und wirtschaftliche Aspekte aufweist, wieder einmal hervorgehoben. Für Betroffene ist die Situation alles andere als einfach und sollte nicht alleine und isoliert durchlebt werden müssen. Ob mit oder ohne Migrationserfahrung, alle erleben altersbedingte Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Aber gemeinsam, durch gegenseitige Hilfe, Offenheit und in Zusammenarbeit mit anderen, können wir die Situation verändern. Zusammenfassend: Statistiken und Fakten, persönliche Erfahrungen Betroffener, Herausforderungen, Vorurteile, Vorteile und Lösungen wurden durch den ganzen Abend hindurch diskutiert.

Dialogue wird unterstützt durch den Bereich OeME-Migration der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und durch die Stiftung fondia.

         

Wir suchen Freiwillige!

Hilf mit in unserer interkulturellen Bibliothek oder im Forum Together!

Möchtest du an interkulturellen Veranstaltungen zum Thema Austausch und Dialog teilnehmen? Magst du die Welt der Bücher?

Wir sind auf der Suche nach Freiwilligen, die bei unseren verschiedenen Veranstaltungen mitwirken oder/und unsere interkulturelle Bibliothek LibriMondo mit Büchern in mehr als 35 Sprachen betreuen.

Wir bieten professionelle Begleitung, interessanten Austausch mit Menschen aus aller Welt und sinnvolle Arbeit in einem motivierten Team.

Interessiert?

Melde dich bei Sylvia Joss: sylvia.joss@multimondo.ch, 032 322 50 20

Wir freuen uns auf deine Kontaktaufnahme!

12
X