fide-Test auf Französisch in Biel am 26. Juni 2021

Multimondo hat sich mit dem CIP Tramelan zusammengetan, um den fide-Sprachtest in seinen Räumlichkeiten zu organisieren. Das CIP ist fide akkreditiert und somit zuständig für die Organisation und die Durchführung des Tests.
Die fide-Sprachprüfung bescheinigt mündliche und schriftliche Sprachkenntnisse. Sie wurde im Auftrag des Staatssekretariats für Migration (SEM) speziell für den Alltag in der Schweiz konzipiert.

Er besteht aus einem Teil “Sprechen und Verstehen” und einem Teil “Lesen und Schreiben”. Sie können sich für beide Teile oder nur für einen Teil anmelden.
Nach Ablegen der fide-Sprachprüfung erhalten Sie einen Sprachenpass. In diesem Dokument ist das erreichte Niveau (A1, A2 oder B1) getrennt für schriftliche und mündliche Fähigkeiten angegeben. Der fide-Sprachenpass ist in der gesamten Schweiz und damit auch für die Verlängerung von Aufenthaltsgenehmigungen anerkannt.

Die Anmeldung kann mit dem untenstehenden Formular erfolgen, das bis zum 10. Juni 2021 an das CIP zurückgeschickt werden muss, oder an der Multimondo-Rezeption während der Öffnungszeiten, ebenfalls bis zum 10. Juni 2021.

Beschreibung

Anmeldung

 

Zusammenfassung 11. Dialogue-Abend

Am 23. März fand der elfte Dialogue-Abend statt, lesen Sie hier unsere kurze Zusammenfassung

Dialogue-Abend vom 23. März «Arbeitsausbeutung in der Schweiz: Wie erkennen wir sie und was können wir dagegen unternehmen?» Mit Nicole Emch von ACT212.

Der Verein MULTIMONDO organisiert seit 2018 die Veranstaltungsreihe Dialogue, welche an mehreren Abenden im Jahr Menschen mit unterschiedlichen Biografien dazu einlädt sozio-politische Themen zu diskutieren und sich auszutauschen. Nicole Emch, Koordinatorin Sensibilisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit von ACT212, war am 23. März zu Gast.

Im Rahmen des Dialogue-Abends stellte Nicole Emch «ACT212, Beratungs- und Schulungszentrum für Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung» vor. ACT212 engagiert sich gegen Menschenhandel und damit verwandte Themen wie sexuelle Ausbeutung und Arbeitsausbeutung. Bereits der Name des Beratungs- und Schulungszentrums steht für seine Handlungsfelder: ACT212 besteht aus dem Akronym für «Agieren, Kooperieren, Thematisieren», gefolgt vom Datum der Ratifizierung des internationalen Abkommens gegen Menschenhandel in der Schweiz am 2. Dezember 1949 (2.12.1949). Das Ziel von ACT212 ist es, den Menschenhandel in der Schweiz und im Ausland zu bekämpfen, die Opfer zu identifizieren und zu schützen und die Täter*innen zu bestrafen. ACT212 verfügt ausserdem über eine niederschwellige nationale Meldestelle, bei der Betroffene, Angehörige, Bekannte, Arbeitgebende oder sonstige Personen Fälle von Menschenhandel oder ausbeuterischen Situationen melden können resp. sich beraten lassen können. Wenn nötig und möglich und in Absprache mit der meldenden Person, werden Fälle an die zuständigen Behörden oder andere zuständigen Stellen weitergeleitet.

Nicole Emch vermittelte zum Einstieg einen Überblick über die verschiedenen Formen, die Menschenhandel annehmen kann:

Menschenhandel kann in Form von sexueller Ausbeutung, Arbeitsausbeutung, organisierter Bettelei, ritueller Gewalt, Zwangsheirat oder der Loverboy-Methode auftreten. «Loverboys» sind Menschenhändler und Zuhälter und oft selbst noch Teenager. Sie verführen Mädchen (12-18 Jahre alt) indem sie ihnen die wahre Liebe versprechen. Das Mädchen wird daraufhin systematisch abhängig von ihm gemacht und zunehmend von ihrem Umfeld isoliert. Nach und nach führt er sie in die Prostitution ein, mit dem Ziel möglichst viel Geld mit ihr zu verdienen. Schliesslich wird sie soweit gebracht, dass sie sich prostituiert, um ihm finanziell zu helfen.

Menschenhandel ist äusserst lukrativ und betrifft weltweit 40 Millionen Menschen (meist Frauen und Kinder). Die häufigste Form des Menschenhandels ist die sexuelle Ausbeutung. Nach dem Schweizerischen Strafgesetzbuch unter Artikel 182 ist Menschenhandel strafbar.

Nicole Emch berichtet, dass seit dem Start der Meldestelle im Oktober 2015 rund 400 Meldungen eingegangen sind. Alle Formen von Menschenhandel kamen in diesen Meldungen vor. Meistens wurden diese Meldungen von Angehörigen vorgenommen, nicht direkt von Betroffenen.

Die weitere Diskussion am Dialogue-Abend konzentrierte sich dann eher auf verschiedene Formen von Arbeitsausbeutung in der Schweiz. Nicole Emch ergänzte, dass von den 400 eingegangenen Meldungen, 29 Meldungen mit insgesamt 57 Opfern die Ausbeutung von Arbeitskräften betrafen.

Die betroffenen Arbeitsbereiche sind vor allem das Bau- und Gastgewerbe, die Landwirtschaft, Dienstleistungen im Schönheitsbereich und Bereiche wie Hausarbeit, Kinder- und Altenpflege, die häufig noch weniger sichtbar sind, weil sie im privaten Bereich liegen. Die Dunkelziffer wird weitaus höher als 29 Fälle mit 57 Opfern geschätzt. Laut Nicole Emch gibt es mehrere Gründe dafür, dass es nur so wenige Meldungen gibt: a) die betroffenen Personen halten sich illegal in der Schweiz auf und wenden sich aus Angst vor einer Ausweisung nicht an die zuständigen Behörden; b) die Personen befinden sich in einer Abhängigkeitssituation (sind beispielsweise auf die Arbeit angewiesen und können es sich nicht «leisten» sich zu wehren und allenfalls die Arbeit zu verlieren); c) die Personen merken selbst nicht, dass sie ausgebeutet werden (sie kennen beispielsweise ihre Rechte als Arbeitnehmende nicht genügend; wissen nicht, dass sie Anspruch hätten auf einen höheren Lohn). Nicole Emch schildert ein markantes Beispiel für die Ausbeutung von Arbeitskräften in der Schweiz. Der betroffene Mann meldete sich an die nationale Meldestelle und schilderte seinen Fall:

Er kommt aus einem europäischen Land und gibt an, dass er für mehrere Monate in einem Betrieb in der Schweiz gearbeitet habe, ohne Lohn dafür zu bekommen. Während der Zeit in der Schweiz wohnt er für einen kleinen Mietbeitrag bei Landsleuten. Weil er den Lohn nicht erhält, kann er seinen Lebensunterhalt nicht länger finanzieren und muss in sein Heimatland zurückkehren.

Erst nach mehr als einem Jahr nimmt er seinen Mut zusammen und kontaktiert von zuhause aus die Meldestelle. Er wird mit einer Beratungsstelle im betroffenen Kanton vernetzt.

Wie können wir diese Situationen leichter erkennen und was können wir dagegen unternehmen? Laut Nicole Emch ist ein wichtiger Schritt, die Sensibilisierung von Fachpersonen, Arbeitsgebenden, aber auch der Bevölkerung für die Thematik sowie die Bekanntmachung von Melde- und Beratungsstellen wie ACT212. Auf politischer Ebene gibt es die Forderung, so Nicole Emch, die derzeitige Gesetzesgrundlage zu ändern, da diese aktuell oft nicht genug greift.

Das Thema ist sehr breit gefächert und warf mehrere Fragen im Publikum auf. Der Abend hat verdeutlicht, dass es schwierig einzuschätzen ist, ob eine Situation unter Ausbeutung kategorisiert werden kann oder nicht. Die Grenzen sind flexibel und es gibt keine klare Gesetzgrundlage. Wichtig ist sicherlich, sich der Situation bewusster zu werden, auch in Bezug auf Konsum, und bei Verdachtsfällen zu handeln und sich beispielsweise beraten zu lassen. Bei der Meldestelle können Fälle geschildert und eine erste Einschätzung eingeholt werden und anschliessend kann noch entschieden werden, ob der Fall weitergeführt werden soll oder nicht. Die Meldung kann komplett anonym erfolgen.

Wenn Sie eine betroffene Person sind oder jemanden kennen, der sich in einer ausbeuterischen Situation befindet, zögern Sie bitte nicht, ACT212 – Nationale Meldestelle unter 0840 212 212 zu kontaktieren.

Dialogue wird unterstützt durch die Stiftung fondia.

 

Forum Together im April und Mai

Für Kinder:

Am 24. April findet das erste Kinderkonzert in diesem Jahr statt. Die Künstler*innen haben für die Kinder viele neue Melodien aus verschiedenen Teilen der Welt vorbereitet! Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Reserviert euch ausserdem den 26. Mai! Dann bietet das Forum Together im Rahmen des nationalen Vorlesetages nämlich ein spannendes und mehrsprachiges Programm für Kinder an!

Für Jugendliche:

Der Verein «Zuhören Schweiz» kommt mit seinem Projekt «Ohren auf Reisen» nach Biel. Im Mai und Juni können Jugendliche an mehreren Abenden eigene Aufnahmen machen von Sounds, Geräuschen, Musik, Stimmen und Sprachen, die in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielen. Sie lernen einfache Mittel der Audioproduktion (Aufnahmetools, Schnittsoftware) kennen und «bauen» mit Unterstützung ihr persönliches Hörstück. Weitere Infos folgen bald auf unserer Website und auf Facebook.

Für Erwachsene:

Der spanische und russische Leseclub treffen sich weiterhin, online oder vor Ort (unter Einhaltung der Schutzmassnahmen), je einmal im Monat, um Bücher in der jeweiligen Sprache zu besprechen.

Ab April finden ausserdem die ersten Ateliers zur Entwicklung eines Brettspiels rund um Sprachen und Kulturen statt. Das Spiel soll verschiedenen Sprachen und Kulturen Raum bieten und den Austausch und das gegenseitige Verständnis fördern. Interessierte können jederzeit einsteigen. Mehr Informationen gibt es hier.

Nach dem ersten Infoabend im September 2020 im Multimondo, ist am 8. Mai im Haus pour Bienne das erste Treffen vom Projekt «Unsere Stimmen Biel» geplant. An diesem Treffen werden die Themen ausgewählt, zu denen das Projekt Empfehlungen erarbeiten wird. Die ausgewählten Empfehlungen werden dann am 12., 19. und 26. Juni in weiteren Veranstaltungen vertieft. Interessierte können sich unter https://forms.gle/9uqL8KkNeEiKk21p9 anmelden und bei Fragen unter 079 210 00 24 an Mahtab Aziztaemeh von NCBI melden. Weitere Infos gibt es auch hier.

Für Alle:

Anfang April wurde der Soli-Schrank im Foyer von MULTIMONDO eröffnet. Jeden Donnerstag von 9:30 bis 11:30 Uhr können dort kostenlose Artikel gefunden werden (Kleidung, Spielzeug, Geschirr und vieles mehr).

Die interkulturelle Bibliothek LibriMondo öffnet nach den Frühlingsferien, ab dem 26. April wieder zu den üblichen Zeiten. Weiterhin bieten wir den Fern-Verleih an! Weitere Infos zu den Öffnungszeiten, dem Fern-Verleih und sonstigen Angeboten von LibriMondo gibt es hier.

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